Zähne oder Menschen behandeln? Eine Frage des Ethos

Es geht um die zentrale Frage für Zahnmedizin-Studenten. Wie wollen sie künftig ihren Beruf ausüben? Soll die Behandlung von Zähnen im Mittelpunkt stehen oder die Menschen hinter dem Fall? Zur Klärung haben sich Dr. Dr. Ruben Stelzner von der AllDent Geschäftsleitung und Dr. Wolfgang Bolz, Leiter des AllDent Implantatzentrums München im Einstein, aufgemacht, an verschiedenen Universitäten bundesweit Online-Vorträge zu halten. Mainz, Ulm und Frankfurt standen im Juni auf dem Programm. Im Juli folgen nun Gießen, Freiburg und München.

Die Inhalte waren alles andere als theoretisch. Schlagworte wie „Evidence based dentistry“ (evidenzbasierte Zahnheilkunde) mit der Forderung nach einer patientenzentrierten Wissenschaftlichkeit wurden anhand erlebter Beispiele auf ihre Praxistauglichkeit hin abgeklopft. Ganz anschaulich zeigte Dr. Bolz, dass vom Zahnarzt mehr gefordert ist, als klinische Kenntnisse und Erfahrungen. Vielmehr gehe es um Fähigkeit, sich in der aktuellen wissenschaftlichen Forschung auf dem Laufenden zu halten, Ergebnisse zu interpretieren und das Ganze im Sinne des Patienten anzuwenden.

Fachwissen allein reiche dazu nicht aus. Es brauche Empathie und die richtige Gesprächsführung, um einem Betroffenen Nutzen und Risiken verschiedener Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, so die Referenten. Schließlich solle er sich gut informiert entscheiden können. Weitere Schlagworte, die sich so mit Leben füllen: „PCO - Patient Centered Outcome“ (Patientenzentriertes Ergebnis) und vor allem „Oral health related quality of life“, Lebensqualität, die mit einer Zahnbehandlung gewonnen oder verloren wird.

Die Studenten wussten den lebendigen und kurzweiligen Vortrag zu schätzen, wie persönliche Rückmeldungen zeigten.

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